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Vulkane des Pazifik

​​​​Rund um den Pazifik spannt sich ein gewaltiger geologischer Halbkreis, der als Pazifischer Feuerring bekannt ist. Er umfasst mehr als 40 000 Kilometer Küstenlinie und verbindet die Vulkangebiete Nord- und Südamerikas mit denen Ost- und Südostasiens sowie Ozeaniens. Entlang dieser Zone treffen einige der größten tektonischen Platten der Erde aufeinander: die Pazifische Platte schiebt sich unter die Nordamerikanische, die Philippinische, die Australische und zahlreiche kleinere Mikroplatten. Aus diesen Subduktionsprozessen entstehen Tiefseegräben wie der Marianengraben, mächtige Gebirgsketten wie die Anden und eine Vielzahl aktiver Vulkane, die Inselbögen formen – von den Aleuten über Japan und Indonesien bis hin zu Tonga.

Der Feuerring ist damit nicht nur ein Hotspot vulkanischer Aktivität, sondern ein Schlüssel zur geologischen Dynamik unseres Planeten. Hier zeigt sich, wie Erdkruste recycelt, neue Landmassen geschaffen und ganze Landschaften über Jahrtausende geformt werden. Wer die Vulkane des Pazifiks betrachtet, blickt auf ein lebendiges System, das die Kontinente verbindet und die Entwicklung der Erde bis heute prägt.

Der Fuji (Fujisan) liegt an der Ostküste Japans, wo die Pazifische Platte unter die Philippinische und Eurasische Platte subduziert wird – ein klassischer Abschnitt des Pazifischen Feuerrings. Er ist ein Stratovulkan, dessen steiler, symmetrischer Kegel aus abwechselnden Schichten von Lava, Asche und pyroklastischem Material besteht. Der Fuji ist geologisch jung, zuletzt 1707 ausgebrochen, und gilt als potenziell aktiv. Wegen seiner Lage nahe dicht besiedelter Regionen wie Tokio ist er einer der am intensivsten überwachten Vulkane Japans.

Die Inseln Indonesiens liegen am Pazifischen Feuerring, wo die Indisch‑Australische unter die Eurasische Platte taucht. Dadurch finden wir hier eine der weltweit höchsten Konzentrationen aktiver Vulkane – von denen rund 140 in den letzten Jahrtausenden ausgebrochen sind. Die meisten sind Schichtvulkane, die zu explosiven Eruptionen neigen. Bekannte Beispiele für solche Eruptionen mit globale Auswirkungen sind die Ausbrüche des Krakatau und des Tambora. Während unserer Reisen in Indonesien konnten wir die Vulkane auf Bali und die vulkanischen Felder auf Java besuchen.

Über Tapachula erhebt sich der Volcán Tacaná, ein mächtiger Stratovulkan an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala. Er ist mit rund 4.060 m einer der höchsten Berge Mexikos und der zweithöchste Vulkan des Landes. Er gilt als potenziell aktiv, ist aber seit langer Zeit ohne große Eruption

Obwohl Hawaiʻi geografisch mitten im Pazifik liegt, gehört es nicht direkt zum tektonischen Feuerring. Die Inselkette entstand durch einen stationären Hotspot, über den die Pazifische Platte hinwegzieht. Dadurch bildete sich eine Kette von Schildvulkanen, die sich nach Nordwesten hin zunehmend absenken und erodieren. Die aktivsten Vulkane – Kīlauea, Mauna Loa und Mauna Kea – liegen auf Big Island. Sie sind typische Schildvulkane mit sehr dünnflüssiger basaltischer Lava, die weite, flach abfallende Landschaften formt. Der Mauna Loa gilt als einer der größten Vulkane der Erde, während der Kīlauea zu den aktivsten zählt und regelmäßig neue Lavafelder schafft.

Ein Beispiel für einen älteren Vulkan auf Hawaiʻi ist der Mauna Kahalawai. Er ist ein 1,7 Millionen Jahre alter stark erodierter Schildvulkan auf der Insel Maui der zuletzt vor etwa 320.000 Jahren ausbrach. Der Mauna Kahalawai ist heute stark von Regen und Flusserosion geprägt. Die Region erhält jährlich mehrere hundert Zentimeter Niederschlag, was zu tief eingeschnittenen Tälern, schmalen Graten und steilen Hängen geführt hat.

Ebenfalls auf dem Pazifischen Feuerring liegt der Vulkan Yasur, den wir besteigen konnten. Er gilt als der weltweit am leichtesten zu erreichenden Vulkane mit permanenter Aktivität. Und daher besteht eine gute Chance, Aktivitäten zu beobachten, wie wir sie 2025 erleben konnten.