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In der Antarktis mit der HANSEATIC nature

Im November 2024

Eine Kreuzfahrt im November 2024 mit der HANSEATIC nature in den Regionen des antarktischen Meeres. Kapitän Alexander Rabe-Bär fuhr mit uns durch die unwirklich schönen Gewässer entlang der antarktischen Halbinsel. Auf den Falklandinseln und auf Südgeogrien konnten wir bei prachtvollem Wetter Pinguine, Albatrosse, Seeelefanten und Pelzrobben sehen. Unterwegs auf dem offenen Meer begegneten wir Delfinen und Finnwalen. Expeditionsreisen bedeuten auch immer, dass Wetter und Eis die gefassten Pläne durcheinander wirbeln können. So mussten auch wir damit kämpfen, und unser Expeditionsteam musste neue Ziele ausfindig machen und Anlandungen neu planen. Wir erlebten die rohe Wildheit der Antarktis, vereint mit Momenten der stillen Schönheit.

Diese Webseite soll berichten von der Anpassungsfähigkeit der Natur, der Geschichte der menschlichen Erkundung und der Notwendigkeit, diesen einzigartigen Kontinent zu bewahren.

Montevideo - der Ausgangspunkt unserer Reise

Montevideo ist die Hauptstadt Uruguays. Nach einem langen erschöpfenden Flug über Madrid verbrachten wir zunächst drei Tage in dieser faszinierenden Stadt, bevor wir die HANSEATIC nature bestiegen, die uns in die Gewässer der Antarktis bringen sollte.

Die am Mündungstrichter des Río de la Plata liegende Metropole hat rund 1,3 Mio. Einwohner und ist das wirtschaftliche, administrative und kulturelle Zentrum des Landes. Montevideo ist nach einer Studie die südamerikanische Stadt mit der höchsten Lebensqualität. Montevideo befindet sich in der subtropischen Klimazone und hat ein feucht-subtropisches Klima. Es zeichnet sich durch über das Jahr gleichmäßig verteilte Niederschläge sowie milde Winter und warme Sommer aus. Den Namen erhielt die Stadt von dem gegenüber dem Hafen gelegenen, 132 m hohen Stadthügel, dem Cerro de Montevideo. Das offizielle Gründungsdatum der Stadt ist der 24. Dezember 1726. 

Die HANSEATIC nature

Die HANSEATIC nature ist ein Expeditionsschiff der Reederei Hapag-Lloyd Cruises. Sie ist das Typschiff der von der Reederei so bezeichneten Expeditionsklasse. Am 6. Juli 2017 wurde das Schiff auf Kiel gelegt. Es ist mit der Eisklasse PC6 zertifiziert und kann daher in den polaren Regionen Arktis und Antarktis auf Expeditionskreuzfahrt gehen. Die Einrichtungen der HANSEATIC nature sind für bis zu 230 Passagiere ausgelegt und verteilen sich über sieben Decks. Etwa 175 Besatzungsmitglieder kümmern sich um die Sicherheit und das Wohl der Passagiere. Für Anlandungen in der Natur oder Fahrten entlang atemberaubender Küsten stehen 17 Zodiac vom Typ Milpro MK 5 HD für den Schwerlastbereich mit einer Tragfähigkeit von jeweils 15 Passagieren zur Verfügung.

Die Falkland-Inseln

Unser erstes Ziel im antarktischen Ozean waren die Falkland-Inseln. 

Die Falklandinseln (spanisch Islas Malvinas) liegen im südlichen Atlantik 395 km östlich von Südargentinien und Feuerland. Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie. Das Vereinigte Königreich übernimmt Verteidigung und Außenpolitik. Seit 1833 werden sie von Argentinien beansprucht. 1982 führte die Auseinandersetzung zum Falklandkrieg zwischen dem Vereinigten Königreich und Argentinien. In diesem Krieg fielen ca. 900 Soldaten, davon 649 Argentinier. 

Die Falklandinseln bestehen aus etwa 200 Inseln, deren wichtigste Westfalkland und Ostfalkland mit je etwa 6.000 km² Größe sind (140 km × ca. 50 km). Die nördlichen Teile der beiden Hauptinseln sind von Hügelketten überzogen. Ost- und Westfalkland sind durch den Falklandsund getrennt. Auf Ostfalkland liegt die Hauptstadt Stanley mit rund 2.000 Einwohnern. Von den übrigen 200 Inseln sind nur fünf größer als 10 km². Die heutige Landschaft der Falklandinseln wurde durch die wiederholten Vergletscherungen im Eiszeitalter geformt.

Südgeorgien

Nach dem Besuch der Falkland-Inseln steuerten wir Südgeorgien an. Das britischen Überseegebiet „Südgeorgien und Südlichen Sandwichinseln“ wird, wie die Falklandinseln, von Argentinien beansprucht. Die Hauptinsel Südgeorgien liegt im Südatlantik etwa 1.900 km östlich der Ostküste Südamerikas (Argentinien) und knapp 1.500 km östlich der vorgelagerten Falklandinseln. Sie ist die größte Insel des Südantillenrückens. Dieses Gebirge, auch als Scotiarücken bezeichnet, verläuft als Verlängerung der Anden von Feuerland größtenteils unter der Meeresoberfläche in einer Schleife zum antarktischen Kontinent. Südgeorgien ist rund 160 Kilometer lang und bis zu 30 Kilometer breit. Es umfasst eine Fläche von 3.756 km², also über 96 % der gesamten Landfläche des Gebiets von „Südgeorgien und den Südlichen Sandwichinseln“ (3.903 km²). Die gebirgige, zerklüftete und zumeist von Eis bedeckte Landschaft macht den Großteil der Hauptinsel und der anderen zum Gebiet zählenden Inseln schlecht bewohnbar. Elf Berge Südgeorgiens sind über 2000 m hoch; als höchste Erhebung gilt der Mount Paget mit 2.934 m. Südgeorgien hat keine dauerhafte zivile Bevölkerung. Südgeorgien gilt als eines der wichtigsten Brutgebiete des Königspinguins. Es wird geschätzt, dass dort etwa 400.000 Tiere dieser Art leben. Der Bestand an Goldschopfpinguinen wird auf rund fünf Millionen Exemplare geschätzt. Des Weiteren stellt Südgeorgien einen wichtigen Lebensraum für See-Elefanten und Antarktische Seebären dar. Daneben kommen vier weitere Robbenarten vor: Seeleopard, Krabbenfresser-Robbe, Weddell-Robbe und Subantarktischer Seebär.

Antarktische Halbinsel

Die antarktische Halbinsel ist der am besten zugängliche Teil des Kontinents Antarktika. Abhängig von der jeweiligen Eislage laufen die Kreuzfahrtschiffe die Küste der antarktischen Halbinsel sowie die vorgelagerten Inseln an.

Die Antarktis ist der kälteste, windigste, höchste und trockenste Kontinent auf unserem Erdball. Die tiefste jemals gemessene Temperatur betrug -89,2°C in der russischen Station Vostock im Jahr 1983. Die Antarktische Halbinsel ist eine Halbinsel und gehört zu Westantarktika. Sie ist etwa 1200 km lang und ihr nördliches Kap, Prime Head, liegt nahe der Südspitze Südamerikas, von dem es durch die Drake Passage getrennt ist. Die Halbinsel ist sehr gebirgig und steigt bis auf 3239 m an (Mount Hope). Dieses Gebirge ist die Fortsetzung der südamerikanischen Anden. Da die Halbinsel das mildeste Klima der Antarktis aufweist (Temperaturen im Sommer an der Küste 0 bis 3 °C, im Winter −10 bis −20 °C), findet man hier und auf den vielen nahe gelegenen Inseln die höchste Konzentration von Forschungsstationen auf dem antarktischen Kontinent. Das Klima und die damit verbundene leichte Zugänglichkeit der Küste, wobei der Begriff „Zugänglichkeit“ entsprechend relativiert werden muss, macht die Antarktische Halbinsel zum bevorzugten Ziel der Expeditions-Kreuzfahrt-Industrie.