www.hg-schaller.de

Taiwan: Götter und High-Tech

Das Land

Taiwan, gelegen zwischen China im Westen, Japan im Norden und den Philippinen im Süden, umfasst knapp 36.000 Quadratkilometer, davon sind 32.200 Landfläche (Hauptinsel). Taiwan ist damit in etwa so groß wie Baden-Württemberg. Allerdings leben in Taiwan ca. 23 Millionen Menschen und damit mehr als doppelt so viele wie in Baden-Württemberg. Taiwan ist im Westen recht flach mit einer Ebene entlang der Küste. Hier, sowie im Norden im Großraum Taipeh lebt die Mehrzahl der Menschen. In der Mitte und im Osten erhebt sich schroff das Gebirge. Hier gibt es mehr als 200 Berge mit einer Höhe von über 3.000 Metern; der höchste Berg ist knapp 4.000 Meter hoch. Ziemlich genau durch die Mitte der Insel Taiwan läuft der Wendekreis des Krebs, so dass die Insel den Bereichen der Tropen und Subtropen angehört. Taiwan weist eine sehr hohe Bio-Diversifizität auf. So kommen weltweit 39 Arten des Baumfarns vor, von denen in Taiwan 30 Arten vertreten sind. Viele Arten von Pflanzen und Vögeln sind in prähistorischer Zeit von China nach Taiwan eingewandert und nach dem Zusammenbruch der Landbrücke in Taiwan heimisch geblieben während sie auf dem Festland teilweise ausgestorben sind. Auf die in Taiwan endemischen Vögel ist man, so haben wir gesehen, besonders stolz.

Die ersten Europäer in Taiwan waren die Portugiesen, gefolgt von den Holländern. Die Reste einer holländischen Festung haben wir noch sehen können. Die Holländer wurden von den 1683 von den Chinesen vertrieben. Dann kamen die Japaner die das Land von 1895 bis 1945 beherrschten. Während die europäischen Mächte und auch die chinesische Zentralregierung vor 1895 das Land nur teilweise beherrschten, waren die Japaner die erste Macht, die auch die letzten Reste des Wiederstands der eingeborenen Bevölkerung brechen konnte und das Land einer zentralen Regierung unterstellten. Der japanische Einfluss ist teilweise immer noch zu spüren, nicht zuletzt in der hohen Zahl japanischer Touristen. Heute leben die Ureinwohner Taiwans in verschiedenen Stämmen im Osten der Insel. Die Kultur der Ureinwohner wird dem Besucher an der Ostküste in diversen kulturellen Veranstaltungen gezeigt; einige Gebiete sind für Sie als Stammes-Reservate vorbehalten. Die Ureinwohner (ca. 4 bis 5 %) sind zum überwiegenden Teil Christen; ansonsten sind die Taiwaner Buddhisten und Taoisten.

Taiwan ist im Westen recht flach mit einer Ebene entlang der Küste. Hier sowie im Norden im Großraum Taipeh lebt die Mehrzahl der ca. 23 Millionen Einwohner.

In der Mitte und im Osten erhebt sich schroff das Gebirge: mehr als 200 Berge mit einer Höhe von über 3.000 Metern. Der höchste Berg ist knapp 4.000 Meter hoch.

Die Leute

Wir fanden es in der Hauptstadt Taipeh sehr einfach, unseren Urlaub auf eigene Faust zu gestalten. Hier spricht man an allen größeren touristischen Orten und in den Hotels ordentlich Englisch; die Hinweisschilder und Fahrkartenautomaten sind vorbildlich gestaltet und neben Chinesisch auch alle in Englisch gehalten. Lediglich in kleineren Restaurants, die offensichtlich nur ganz selten von Ausländern aufgesucht werden, wurde Englisch nicht immer (gut) gesprochen. Aber auch hier kamen wir ohne Probleme zurecht. Anders sieht es in den südlichen und vor allem in den östlichen Landesteilen aus. Zwar sind auch hier die Automaten für die Fahrscheine, sowie alle Hinweisschilder in Englisch, aber selbst in größeren Hotels wurde Englisch nicht immer gesprochen, so dass sich die direkte Verständigung manchmal als schwierig erwies. Aber die Freundlichkeit der Taiwanesen macht dieses Manko wieder wett. Als schwierig beziehungsweise gewöhnungsbedürftig erwies sich das Problem, das Chinesen mit der Aussprache des "R" haben. So hat es einige Zeit gedauert, bis mir klar wurde, dass mit "Kappa" ein "Car-Park" (sprich der Busparkplatz) gemeint war. Aber wenn der Reiseleiter uns zum dritten Mal erzählt, dass der Bus beim "Kappa" auf uns waren würde, dann wird klar, was gemeint ist.

Wir fanden eine faszinierende Mischung aus alten Tempeln und hoher Achtung der Traditionen die sich zum Beispiel im Kunsthandwerk ausdrückt gepaart mit modernster Technik wie Touch-Screen Fahrscheinautomaten in der Metro in Taipeh oder 8 spurigen Highways auf Hochbrücken mit an Kreuzungen 3, manchmal sogar 4 Niveaus übereinander. Und das alles, obwohl Taiwan mit zu dem am meisten durch Erdbeben gefährdeten Regionen der Welt gehört. Das letzte größere Erdbeben 1999 forderte etwa 2.400 Tote. Im Epizentrum in Chiayi in Mitteltaiwan kann man heute noch den vom Erdbeben beschädigten Tempel sehen. Und dieses Land leistet sich andererseits 3 Atomkraftwerke mit 6 Reaktoren

Der besondere Tip für Gourmets in Taipeh

In einem kleinen Restaurant in Taipeh - es gibt keinen Namen in lateinischer Schrift ! - haben wir ganz vorzüglich gespeist: den besten Fisch meines Lebens und wahrhaft himmliche Lammkottlets in Knoblauch. Wir waren zweimal dort, und jedesmal die einzigen westlichen Gäste. Da es keinen Namen in lateinischer Schrift gibt hier die Beschreibung: direkt an der Kreuzung der Jil in Road mit der Lane 170, Song Jiang Road (schräg gegenüber dem 7-Eleven Markt an dieser Kreuzung). Unverkennbar: die Auslage des Restaurants mit den Meeresfrüchten. Frische Bambussprosse, 4 Lammkottlets, gebratener Reis, ein ganzer Fisch, grünen Tee bis zum Abwinken und 1 Flasche Taiwanesisches Bier für 1.200 NT$ (= 30 Euro) - mehr als genug zum Schlemmen für 2 Personen.

Unsere Reise

Unsere Reise haben wir als Pauschalreise beim Veranstalter "Ikarus-Tours" in Oberursel (Deutschland) gebucht. Enthalten waren darin der Flug, die Hotelübernachtungen, der Ausflug nach Keelung und die Stadtrundfahrt in Taipeh sowie die Rundreise durch Taiwan. Noch nie haben wir eine so gut organisierte Rundfahrt erlebt. So dauerte bei unserer Rundreise das Einchecken und die Zimmervergabe für 26 Personen nie mehr als 2 bis 3 Minuten! Die Rundreise von Ikarus war für 7 Personen aus Deutschland gebucht, der Rest der Teilnehmer der Rundreise kam aus den unterschiedlichen Ländern mit Schwerpunkt Deutschland und Australien. Nicht nur die Rundreise war sehr gut organisiert, wir hatten den Eindruck, dass alles in diesem Land bestens organisiert ist. Als Kehrseite: wir haben noch nie ein Land gesehen, in dem wir so viele Kameras zur Überwachung öffentlicher Plätze fanden. Auch auffällig ist, dass in dem Land auf jede mögliche potentielle Gefahr stets und auffällig hingewiesen wird. So viele Hinweise zum korrekten Verhalten wir hier in Taiwan haben wir noch nie gesehen. Taiwan ist ein klassisches Land für organisierte Reisen. Wir trafen viele Reisegruppen, Individualreisende hingegen trafen wir kaum, obwohl auch das individuelle Reise kein Problem darstellt.

Wir zahlten im Land mit dem Taiwan-Dollar, abgekürzt als NT$. Der Wechselkurs war: 41 NT$ zu einem Euro.

Das Preisniveau in Taiwan ist fast auf europäischem Niveau - also kein Paradies für Schnäppchen-Jäger. Dafür aber empfanden wir die Auswahl und Anzahl der Geschäfte in Taipeh als überwältigend; so etwas haben wir in Deutschland mit weitem Abstand noch nie gesehen. Faszinierend sind die Märkte in Stadt und Land, auf denen so ziemlich alles angeboten wird, was verkaufbar ist. Taiwan ist ein Land, dass sich auch über den Magen definiert: eine Vielzahl von Gerichten und Speisen in höchster Qualität. Tagsüber ist das Essen in Stadt und Land fast immer und überall verfügbar; ab 21 Uhr allerdings fangen die meisten Restaurants an zu schließen und auch auf den Nachtmärkten in Taipeh wird ab 22 Uhr geschlossen. Als Beispiel für das Preisniveau mag der Preis einer Flasche Bier mit 600 ml (in guter Qualität) im Restaurant gelten. Hierfür zahlten wir zwischen 80 und 120 NT$ also (umgerechnet zum Wechselkurs von 1 : 41) also 2 bis 3 Euro.

Die offizielle Schrift ist die chinesische Schrift (traditionell), die "vereinfachte Chinesische" Schrift wird auch viel verwendet. Für die Transkription in die lateinische Schrift gibt es keine eindeutige Regelung. Das kann dazu führen, dass der Name einer Straße oder eines Ortes in lateinischer Schrift je nach Autor unterschiedlich geschrieben wird und damit den Reisenden verwirrt. Als Beispiel sei die Stadt Keelung, das manchmal auch als Chilung geschrieben wird, genannt. In unserem Tagebuch haben wir uns an die in Europa meist übliche Schreibweise der Namen bzw. die Schreibweise der Schilder vor Ort gehalten.

Eine Geschichte aus einem kleinen Tempel irgendwo im Land:

Ein Mann kommt zum Tempel und will die Zahlen wissen, mit denen er Glück im Lotto hat (wir sahen Taiwan Lotto fast so häufig wie in Deutschland). Dann spielt er mit den Zahlen, die ihm das Orakel des Tempels genannt hat - aber er gewinnt nicht. Daraufhin ärgert er sich maßlos und geht zum Tempel um die Götterfiguren mitzunehmen um Ihnen zu Hause die Zahlen abzupressen. Das gelingt natürlich auch nicht und daher brennt er wütend den Tempel nieder.  In den nächsten Tagen sammeln die Dorfbewohner das Geld für einen neuen Tempel und dabei kommt so viel zusammen, dass der Tempel prächtiger als je aufgebaut werden kann.

Warum kam nun so viel Geld zusammen?

Zur Antwort…

Das ist einfach erklärt: die Dorfbewohner waren überzeugt dass das sehr mächtige Götter im Tempel sein mussten. Denn die Götter wussten ja, dass es demnächst brennen würde und sind vorher ausgezogen. Also musste man viel spenden um für diese mächtigen Götter einen prachtvollen Tempel zu bauen.

Weniger…

Zu Sitten und Gebräuche in Taiwan

Folgende - nicht ganz ernst gemeinte Geschichte - erzählte uns unser Reiseleiter:

Wenn ein Mann aus Taiwan zum ersten Mal in ein Hotelzimmer geht, öffnet er die Türe nicht gleich voll sondern zunächst nur etwas. Warum?

Zur Antwort…

Nun, das ist damit der Geist der vielleicht im Zimmer wohnt, Zeit und Gelegenheit hat, sich davon zu machen.

Weniger…

Dann macht er es schnell wieder zu. Warum?

Zur Antwort…

Damit keine Moskitos hinein kommen.

Weniger…

Wenn ein Mann aus Taiwan zum ersten Mal in ein Hotelzimmer geht, so spült er als erstes die Toilette. Warum?

Zur Antwort…

Weil der vorherige Bewohner bestimmt vergessen hat, zu spülen.

Weniger…