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Dhofar

In Dhofar leben die Menschen traditionell von der Fischerei, der Bewässerungswirtschaft in der (engen) Küstenebene und der Oasenwirtschaft bzw. der Viehzucht auf dem Plateau und der Wüste Rub-al-Kahli. Als moderne und schwergewichtige Komponente ist die Erdölförderung mit der ganzen dazu gehörigen Infrastruktur dazu gekommen. Auch der Tourismus spielt eine gewisse Rolle. Dazu trägt eine klimatische Besonderheit bei, die im Sommer viele wohlhabende und reiche Araber herbeilockt: der berühmte Monsunregen, der "Charif". Für sie ist es ein absolutes Highlight, sich im leichten Nieselregen bei angenehmen 20°C bis 25°C in die Natur zu stellen und dieses Wetter zu genießen. Vom "Charif" haben wir nichts mit bekommen, denn der setzt erst im Hochsommer ein. Stattdessen haben wir das klassische Wüstenklima erlebt.

Wir reisten, aus dem zentralen Oman kommend, durch die Wahiba-Wüste zum Meer. Dann führte uns unsere Route entlang der Küste, vorbei an schroffen Klippen und durch tolle Wadis in Richtung Salalah. Unterwegs haben wir an einsamen Stränden und im Wadi Shuwaymiyah unter schroffen Klippen gecampt und unser Lagerfeuer entzündet. Wir haben die Ausgrabungen der Weihrauch-Häfen von Sumhuram (an der Lagune Khor Rori) sowie von Salalah und die Reste der Oase von Ubar (Shisha) besichtigt. Die Oase Ubar war von der Eisenzeit bis in das 14. Jahrhundert besiedelt und ein wichtiger Stützpunkt der Weihrauch-Karawanen in der Wüste Rub-al-Khali. Als Beispiel für die jüngere Gesichte haben wir uns die Festung von Taqah (ganz aus Lehm gebaut) bei Salalah angeschaut.

Im Museum von Salalah gibt es eine gute Abteilung für maritime Geschichte, die die ganze Vielfältigkeit des arabischen Schiffsbaus zeigt. Eine Übersicht über die Schiffstypen ist HIER zu finden.

Der Weihrauch war früher das wichtigste Exportgut des Omans (bzw. der früheren Königreiche der Region). Diese Rolle ist heute vom Erdöl abgelöst; die größten Fördergebiete liegen auch im Dhofar. Die Weihrauchbäume werden aber weiterhin kultiviert und im Weihrauch-Souq von Salalah kann man immer noch Weihrauch in verschiedenen Qualitäten und Preisklassen kaufen. Bester Weihrauch in medizinischer Qualität (grüner klarer Weihrauch) kostet hier gut über 60 Euro das Kilo.

Unsere Fahrt durch die größte zusammenhängende Sandwüste der Welt, die Rub-al-Khali, wurde etwas durch die zu dieser Zeit weit nördlich in Saudi-Arabien tobenden Sandstürme beeinträchtigt. So wurde das Licht durch den Sandstaub, der bis zu uns in den Süden getragen wurde, gefiltert und mit einem Gelbstich versehen. Auch die Sicht war soweit eingeschränkt, dass es für unsere Fahrer extrem schwierig wurde, eine mögliche Fahrtroute durch die Dünen zu finden. Daher haben wir aus Sicherheitsgründen die Reise abgekürzt und sind zurück auf die Verbindungsstraße von Salalah nach Nizwa gefahren um auf dieser schnurgeraden Straße über das Plateau die Wüste zu durchqueren.

Dhofar, der Weihrauch und das Weltkulturerbe im Oman

Das Governorat Dhofar liegt im äußersten Süden des Oman und wird von dem indischen Ozean, dem Jemen und Saudi-Arabien begrenzt. Im Norden geht Dhofar in die Wüste Rub-al-Khali und im Osten in die Wahiba-Wüste über; die eigentlich streng genommen nicht mehr zum Dhofar gehören, hier aber dazu gerechnet werden sollen. Die Hauptstadt des Dhofar und gleichzeit zweitgrößte Stadt des Oman ist Salalah. Im Bezirk Dhofar lebt etwa eine Viertel-Million Menschen. Dhofar besteht aus der engen Küstenebene und dem daran anschließen Küstengebirge, dass sich allerdings nicht sonderlich hoch erhebt und dann flach zum Hinterland abfällt. Dieses Hinterland ist die Heimat des Weihrachbaumes.

Der Weihrauch und das Weltkulturerbe im Oman

Dhofar ist berühmt und bekannt für den Weihrauch. Schon in vor-islamischer Zeit wurde hier Weihrauch geerntet und in alle Welt exportiert. Die alte Handelsroute des Weihrauchs wurde als Weltkulturerbe anerkannt. Nähere Informationen (auf Englisch) gibt es hier.